Antragsstellerin

Prof. Dr. Isabel Zorn
Technische Hochschule Köln

Dr. Ann-Kathrin Stoltenhoff
 Europa-Universität Flensburg

Schutz von Daten: Kollaboration & Forschungsdatenmanagement in digital unterstützter Forschung. Systematisierung datenschutzrechtlicher und forschungsethischer Anforderungen an kollaborative Software in den Bildungs- und Sozialwissenschaften (SaFe@digitalScience)

Vor dem Hintergrund einer Zunahme digital gestützter empirischer Forschung im Zuge der digitalen Transformation und anlässlich des neuen Bundesdatenschutzgesetzes zur Konkretisierung der EU-DSGVO, wird unter Wissenschaftler:innen ein gestiegener Bedarf an handlungspraktischem Wissen über Datenschutz, Persönlichkeitsrechte, Forschungsethik und Datenmanagement beobachtet. Wenige Hochschulen bieten jedoch bislang Software-Lösungen, die DSGVO-konforme Kollaborationen zwischen Forschenden und adäquates Forschungsdatenmanagement ermöglichen. Insbesondere im Bereich der empirischen Bildungsforschung, wo große Datenmengen von vulnerablen Personen und Gruppen erhoben und weiterverarbeitet werden, ist der Mangel entsprechender Software ein bisher ungelöstes Problem. Aufgrund der Nutzung proprietärer, datenschutzrechtlich problematischer Anwendungen wie Google Drive, Microsoft Teams oder WhatsApp geschehen datenschutzrechtliche Verstöße in der Forschung häufig, ohne dass diese den
Wissenschaftler:innen bewusst wären. Auch liegt bislang kaum Wissen und routinemäßig ausgerollte Software vor für Forschungskollaborationen zwischen Wissenschaftler:innen (Kommunikation, Projektplanung, Textproduktion, Antragserstellung etc.), sodass bislang kaum routinemäßig das berechtigte Interesse der Wissenschaftler:innen an Privatsphäre und (Forschungs-)Datenschutz berücksichtigt werden kann. Das geplante Vorhaben soll Erkenntnisse darüber erzielen, welche Softwareanwendungen für kollaboratives Arbeiten und Forschungsdatenmanagement geeignet sind. Zugleich sollen Kompetenzen im Bereich Forschungsdatenmanagement und Datenschutz vermittelt, das Bewusstsein für Datenschutz und dessen forschungsethische Relevanz gestärkt sowie die Ergebnisse in Form von Publikationen und Handreichungen mit Best-Practice-Beispielen bereitgestellt werden.

Projektziele

Darstellung und Vermittlung der Anforderungen an datenschutzgerechtes barrierefreies kollaboratives Forschen, Publikation von Handreichungen für relevante Gruppen: hochschulische Datenschutzbeauftragte, IT-Abteilungen, Forschende, Hochschulleitung. Die
Handreichungen werden zeitgemäß aufbereitet (Website mit Informationen + Materialien zum Download), Konzeption eines Forschungsantrags.

Realisierung

Die Ziele werden durch eine interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft realisiert, die sich drei Mal in der Projektlaufzeit (2022) trifft, um Recherchen und Besprechungen durchzuführen, an Workshops und Vorträgen mit Expert:innen aus den Bereichen Datenschutzrecht, Data Security, Forschungsdatenmanagement und digitale Kollaboration teilzunehmen, sowie Publikationen und Konferenzbeiträge zu erarbeiten. Dafür wird auf nationaler und internationaler Ebene mit verschiedenen Akteur:innen kooperiert.