Antragsstellerin

Jun.-Prof. Dr. Eva Gredel
Universität Duisburg-Essen

Mitglieder
  • Dr. Thomas Bartz
    Reinoldi-Sekundarschule, Dortmund / ab 01.10.2021: Universität Duisburg-Essen (UDE)
  • Prof. Dr. Michael Beißwenger
    Universität Duisburg-Essen
  • Prof. Dr. Darja Fišer
    Universität Ljubljana
  • Jun.-Prof. Dr. Carolina Flinz
    Universität Mailand
  • Jun.-Prof. Dr. Eva Gredel
    Universität Duisburg-Essen
  • Dr. Lothar Lemnitzer
    Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)
  • Dr. Harald Lüngen
    Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS)
  • Prof. Dr. Carolin Müller-Spitzer
    Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Universität Mannheim
  • Nadja Radtke, M.A.
    Goethe-Gymnasium Frankfurt / Universität Mannheim
  • Dr. Thomas Schmidt
    Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS)
  • Prof. Dr. Angelika Storrer
    Universität Mannheim
  • Dr. Ziko van Dijk
    Wikimedia Foundation

Sprach-Korpora als digitale Bildungstechnologien

Im Zeitalter digitaler Transformation ist der reflektierte Umgang mit digitalen Daten ein Kompetenzbereich, der zunehmend Eingang in Bildungsstandards, universitäre Curricula sowie schulische Lehrpläne findet und mit Data Literacy in Verbindung gebracht wird. Korpora sind große Sammlungen digital vorliegender (Sprach-)Daten, die in der linguistischen Forschung als Basis für empirisch fundierte Analysen dienen. Ziel korpuslinguistischer Arbeiten ist es, neue Erkenntnisse etwa in der Lexikographie, in der Grammatikforschung sowie in der Text- und Diskursanalyse zu Mustern, Eigenschaften und Funktionen von Sprache zu erlangen. Neben Korpora geschriebener sowie gesprochener Sprache wurden zuletzt auch verstärkt Korpora internetbasierter Kommunikation (bzw. engl. CMC-Korpora für ‚corpora of computer-mediated communication‘) ausgebaut, die den empirischen Zugang zu digitaler Kommunikation (etwa in Wikipedia, Facebook oder WhatsApp) eröffnen.

In den letzten Jahren hat sich die Einsicht verbreitet, dass nicht nur Forscher:innen die gut ausgebauten Korpusinfrastrukturen für wissenschaftliche Zwecke nutzen können, sondern dass auch Lehrende und Lernende bei der Reflexion über Sprache und für Zwecke der datengestützten Sprachanalyse in Schule und Hochschule oder beim Erlernen von Sprache(n) in der Fremdsprachendidaktik vom Zugriff auf Korpora profitieren können. Korpora sind dann als digitale Bildungstechnologien zu verstehen, die

  1. Lehrenden und Lernenden den Umgang mit digitalen (Sprach-)Daten ermöglichen und über Korpusrecherche-Software die Anwendung digitaler Methoden erlauben.
  2. Lehrenden und Lernenden (im Bereich von CMC-Korpora) Sprach-Daten zur Reflexion über digitale Kommunikation bieten.

Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es, Ansätze und Konzepte zur Nutzung langfristig verfügbarer Korpusinfrastrukturen in Lehre und Unterricht zu systematisieren, um für verschiedene Vermittlungskontexte (a. Hochschule, b. Schule, c. außerschulische Fremdsprachendidaktik) je adäquate Nutzungsszenarien zu entwickeln und Lehr- und Lernmaterialien zu erarbeiten. Diese Materialien sollen über geeignete Plattformen (z.B. ORCA.nrw) frei verfügbar gemacht werden. Im Austausch von Linguist:innen, Praktiker:innen und Korpusentwickler:innen in der Arbeitsgemeinschaft sollen auch Desiderate für die Weiterentwicklung digitaler Korpusinfrastrukturen aus dezidiert didaktischer Perspektive identifiziert werden.