Philosophical research on digitalization II

Applicant

Prof. Dr. Matthias Kettner
Universität Witten/Herdecke

Members
  • Jun. Prof. Suzana Alpsancar
    Universität Paderborn
  • Prof. Dr. Rainer Adolphi
    Technische Universität Berlin
  • Associated Members:
    Prof. Susanne Hahn, Prof. Dr. Armin Grunwald, Dr. Kai Denker, Prof. em. Christoph Hubig
Philosophical research on digitalization II

Um Digitalisierung zu begreifen, muss diese transdisziplinär gedacht und erforscht werden. Wie? Die Mitglieder der AG halten es mehrheitlich für vergleichsweise aussichtsreich, sie in kultur-, sozial- und technikphilosophischer Perspektive als eine Fülle von kulturellen Prozessen zu thematisieren. In die laufende multidisziplinäre Forschung über Digitalisierung soll die bislang unterrepräsentierte Reflexionskompetenz von einschlägig interessierten Philosophinnen und Philosophen eingebracht werden. Mit Hilfe philosophischer Methoden (besonders der begrifflichen Konstruktion und Rekonstruktion, der normativen und axiologischen Analyse) und interdisziplinärer Schnittstellenkompetenz von systematischer Philosophie sollen neue Beschreibungs-, Bewertungs- und Dialogmöglichkeiten gewonnen werden können, die in mindestens drei Hinsichten wertvoll sind:

  • Interdiszipinär wertvoll für die diskursive Vernetzung digitalisierungsbezogener Forschung in allen Disziplinen;
  • prospektiv praktisch wertvoll für aufgeklärte(re)s und verantwortungsbewusste(re)s Design in KI-Entwicklung und Anwendung; zudem
  • zivilgesellschaftlich wertvoll für die aufgeklärte öffentliche politische Diskussion über wünschenswerte und nicht wünschenswerte technokulturelle Zukünfte im Licht von ausweisbaren Maßstäben praktischer Vernunft, die den Bezug auf Gerechtigkeit und Ideale des guten Lebens offenhalten.

Geplant ist ein Treffen der AG im Juni in Form einer Videokonferenz zum Thema “Algorithmisch transformierte Machtverhältnisse“ sowie ein personell erweitertes Treffen im Juli in Präsenz, um Ergebnisse zusammenzuführen und ggf. weiteren Forschungsbedarf zu umreißen. Die Arbeit der AG soll in vielfältigen Medienformaten der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

In zwei Workshops wird das Thema “Algorithmisch transformierte Machtverhältnisse“ bearbeitet und mit Diskussionsergebnissen und Anregungen aus den früheren Workshops über Verständigungsverhältnisse, Verantwortungsverhältnisse und Vernunftverhältnisse zusammengeführt. Weiterer Forschungsbedarf für die vernetzte Weiterarbeit der AG über den Zeitpunkt des zweiten Treffens hinaus soll aufgefunden werden.

Dates

28.10.2021 – 29.10.2021 Workshop CAIS-IV: Algorithmisch transformierte Machtverhältnisse
  • Wovon ist die Rede, wenn wir von der „Macht von Algorithmen“ sprechen?
  • Wie können wir, wie sollten wir den Sinn solcher Zuschreibungen verstehen, und zwar objektal, also mit Bezug auf bestimmte soziotechnische Systeme, wie auch imaginativ, mit Bezug auf kulturell verbreitet Sinn-Deutungsmuster?
  • Wenn in gegebenen Machtverhältnissen (=in bestimmten beherrschbaren Verhältnissen sozialer Kräfte) bestimmte Veränderungen dadurch eintreten (oder in Kauf genommen oder planvoll herbeigeführt werden), dass wir algorithmische Maschinen befähigen und auch dazu ermächtigen, personentypische Intelligenzleistungen zu simulieren und auch zu erbringen – wie übersetzen sich solche Transformation von Praktiken in Veränderungen innerhalb individueller sowie geteilter Ordnungen von Gründen (Spaces of Reasons), die unsere „rationalen Entscheidungen“ und des weiteren unser Verhalten orientieren?

 

28.03.2022 – 30.03.2022 Konferenz CAIS-V: Synthesis – Unsere Forschungsergebnisse und ihre perspektivische Relevanz

Ein zweites, ausgedehnteres Treffen der AG zielt auf eine vorläufige Synthese. Wir werden versuchen, die wichtigsten Diskussionsergebnisse und Anregungen aus den früheren Workshops über Verständigungsverhältnisse, Verantwortungsverhältnisse, Vernunftverhältnisse zusammenzuführen mit denen des Treffens zur Frage algorithmisch transformierte Machtverhältnisse. Weiterer Forschungsbedarf für die vernetzte Weiterarbeit der AG über den Zeitpunkt des zweiten Treffens hinaus soll aufgefunden werden. Überlegt werden soll zudem, wie unsere Ergebnisse für interdiszplinäre Anschlüsse und für die öffentliche Diskussion nützlich gemacht werden können.