Fellow Dr. Volker Grassmuck

Dr. Volker Grassmuck

 

  Fellow am CAIS von April bis September 2019

  volker.grassmuck@cais.nrw

Unsere Medien mitgestalten – Bürgerbeteiligung zur Zukunft öffentlich-rechtlicher Medien

Verfassungsrechtlich ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Distanz zu Staat und Markt der Aufsicht durch die Gesellschaft unterstellt. Auch europarechtlich hat er dazu zu dienen, die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen. Diese Gesellschaft ist durch Vertreter gesellschaftlicher Verbände in den Rundfunkräten der Sendeanstalten repräsentiert.

Ausgangsthese ist, dass in der aktuellen digitalen Transformation die Gesellschaft direkt gefragt ist, sich an der Formulierung der zukünftigen Aufgaben öffentlich-rechtlicher Medien für diese Gesellschaft zu beteiligen. Daran schließt die weitergehende These an, dass die Repräsentation von Gesellschaft in Gremien in einer digitalen Umwelt breiter und partizipativer zu organisieren sei.

Das Projekt untersucht den digitalen Strukturwandel der Öffentlichkeit und seine Akteure, bestehende Beteiligungswerkzeuge und -methoden sowie die Gelingensbedingungen gesellschaftlicher Gestaltung. Ziel ist die Konzipierung und Planung eines bundesweiten Bürgerbeteiligungsverfahrens zur Zukunft öffentlich-rechtlicher Medien, das auf einer Abschlussveranstaltung gemeinsam mit dem Grimme-Institut zur Diskussion gestellt und im Erfolgsfall im Anschluss umgesetzt werden soll.

Forschungsschwerpunkte
  • Strukturwandel zur vernetzten Öffentlichkeit
  • Gelingensbedingungen für Partizipation
  • Evaluation von Partizipationsplattformen und –methoden
  • Rundfunkrechtliche Anknüpfungspunkte für partizipative Gestaltung
  • Vernetzung gesellschaftlicher Akteure
Curriculum Vitae
  • 1982 bis 1987 Studium der Soziologie an der FU Berlin. Diplomarbeit “Vom Animismus zur Animation – Einlassungen und Auslassungen zur künstlichen Intelligenz”, Junius Verlag 1988
  • 1989 bis 1995 Gastforscher am Research Center for Advanced Science and Technology (RCAST) der Tokyo Universität
  • 1999 Promotion „Geschlossene Gesellschaft. Mediale und diskursive Aspekte der ‘drei Öffnungen’ Japans” bei Prof. Dr. Dietmar Kamper, FU Berlin, iudicium Verlag 2002
  • 2004 bis 2009 Gründer und Projektleiter „iRights.info, Informationsportal zu Urheberrecht im digitalen Zeitalter“, gefördert vom Bundesverbraucherministerium, 2006 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet
  • 2009 bis 2010 „Acesso a bens educacionais e culturais no Brasil“ in der Grupo de Pesquisa em Política Pública para o Acesso à Informação der Escola de Artes, Ciências e Humanidades an der Universidade de São Paulo, gefördert von Kulturministerium und Ford Foundation
  • 2012 bis 2015 Wissenschaftlicher Projektleiter “Grundversorgung 2.0 – Internet-TV für die neue Mediengeneration”, Leuphana Universität Lüneburg, gefördert durch EFRE und das Land Niedersachsen
Vorträge und Veröffentlichungen
Visting Fellow
Evelyn Bodenmeier, M.A.Lausitzer Perspektiven e.V.
Evelyn Bodenmeier
Forschungsschwerpunkte
  • analoge, digitale und crossmediale Deliberations- und Facilitationprozesse in Transformationsprozessen (am Beispiel der Lausitz)
  • Individuelle Erfahrungen der Selbstwirksamkeit in Deliberationsprozessen
Curriculum Vitae
  • seit 06/2018 Lausitzer Perspektiven e.V., www.lausitzer-perspektiven.deZivilgesellschaftlicher Think Tank zur Begleitung des Strukturwandels in der Lausitz, Konzeption und Kooperation mit Transformationswissenschaften und lausitzspezifischen Institutionen und Gremien zur Stärkung der Zivilgesellschaft
  • 2017-2019 www.citylab.berlin – Konzept zur digitalen Erneuerung Berlins mit Kollaboration von Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Unternehmen
  • 2014 – 2018 Tempelhofer Feld, www.tempelhofer-feld.berlin.de – Partizipative Erstellung eines Entwicklungs- und Pflegeplanes (EPP) entsprechend des „Bürger“-Gesetzes „Zum Erhalt des Tempelhofes Feldes“, eine Charta der Beteiligung, Leitlinien, Handlungskorridore und Planwerk für 303 Hektar- analog und digital (Einsatz von liquid democracy) und Etablierung eines deliberativen Beteiligungsmodells zur kontinuierlichen Teilhabe (Prinzip citizien assembly)