Fellow Prof. Dr. Susanne Hahn

Prof. Dr. Susanne Hahn

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

  Fellow am CAIS von März bis September 2019

  susanne.hahn@cais.nrw

Verantwortung in Zeiten „künstlicher Intelligenz“

Die Zuschreibung von Verantwortung für eingetretene Schäden hat bereits mit dem Einsatz von Technik wesentliche Veränderungen erfahren. Die etablierte Zuschreibungspraxis wird mit der Verwendung „künstlicher Intelligenz“ in existenziell bedeutsamen Lebensbereichen erneut herausgefordert. Wenn beispielsweise unter Beteiligung von Algorithmen Tumore nicht rechtzeitig erkannt oder Patienten nicht frühzeitig zur präventiven Herz-Kreislauf-Untersuchung geschickt werden, dann entstehen Schäden, bei denen nicht klar ist, wem diese zuzurechnen sind.
Eine öffentliche Diskussion über Förderung oder Begrenzung des Einsatzes künstlicher Intelligenz in existentiellen Lebenssituationen erfordert eine Gegenüberstellung von Chancen und Risiken. Dazu gehört, dass man weiß, welche Arten maschinellen Lernens wie funktionieren und welche Konsequenzen dies für die fraglichen Handlungsbereiche hat. Erst dann kann man – unter Hinzuziehung normativer und pragmatischer Aspekte – Urteile über ihre (Nicht-)Akzeptabilität fällen.
Das Projekt macht es sich zur Aufgabe, am Beispiel der medizinischen Diagnostik eine Aufbereitung dieser Problemsituation durchzuführen. Wesentliche Bestandteile sind:

  • die Explikation des Verantwortungskonzepts
  • die Unterscheidung verschiedener Arten maschinellen Lernens mit Blick auf die Herausforderung für die Zuschreibung von Verantwortung
  • mögliche Veränderungen der Verantwortungszuschreibung angesichts der ermittelten Herausforderung
Forschungsschwerpunkte
  • Normativität
  • Rationalität
  • Methoden in der Philosophie
  • Wirtschaftsethik
  • Digitalisierung
Curriculum Vitae
  • 1984 bis 1992 Studium der Geschichte, Philosophie und Germanistik an der Universität Essen
  • 1998: Promotion zum Dr. phil. an der Universität Essen; Titel der Dissertation: “Überlegungsgleichgewicht(e) – Prüfung einer Rechtfertigungsmetapher”
  • 2008 Habilitation an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (venia legendi: Philosophie); Habilitationsschrift: “Rationalität – Eine Kartierung“
  • 2015: Ernennung zur außerplanmäßigen Professorin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • Professurvertretungen und Lehraufträge an den Universitäten Duisburg, Bochum, Dortmund und Düsseldorf sowie an der Frankfurt School of Finance and Management
  • 2017 Verleihung des Deutschen Preises für Philosophie und Sozialethik durch die Max Uwe Redler Stiftung
Vorträge und Veröffentlichungen
  • Szenarien digitaler Herausforderungen. Verantwortung, Lenkung und Fürsorge (Jahrestagung der Akademie für Ethik in der Medizin: „Medizin 4.0 – Ethik im digitalen Gesundheitswesen“, 14.9.2018)
  • Digitalisierung in der Perspektive von Freiheit und Normierung (Kolloquien des Kunstprojekts „Freiheit 2.0“ – Was hat BIG DATA mit Freiheit zu tun? – konzipiert von Florian Mehnert, Veranstalter: Stadtpalais Stuttgart und Landesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit Baden-Württemberg, 24.06.2018)
  • Umgang mit digitalen Techniken als selbstbestimmtes Handeln? (Hauptbeitrag zur Session: Der analoge Mensch in komplexen digitalen Welten – selbstbestimmt und handlungsfähig bleiben, BMBF-Fachkonferenz „Integrierte Forschung“, 29.05.2018)
  • Digitalisierung in der Perspektive von Partizipation, Bildung und Urteilsfähigkeit (Pädagogische Hochschule St. Gallen, 07.05.2018)
  • Wahrheit – >Bullshit< – Lüge. Philosophische Orientierung im Umgang mit Fake News
    (Rothenfelser Ostertagung „Wahrheit“, 28.03.2018)
Visiting Fellows
Svenja WiertzInternationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW), Universität Tübingen
Svenja Wiertz
Forschungsschwerpunkte
  • Persönliche Beziehungen, insbesondere Freundschaft.
  • Auswirkungen von Digitalisierung auf persönliche Beziehungen.
  • Ethische Fragen zum Einsatz von Robotern in der Pflege.
Curriculum Vitae
  • 2013-2018 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
  • Seit November 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen.
  • März 2019: Abschluss der Promotion zum Thema Freundschaft in Düsseldorf.
Dr. phil. Friedrich ReinmuthUniversität Greifswald
Dr. Friedrich Reinmuth
Forschungsschwerpunkte
  • Argumentationstheorie und Logik (Anwendung der Logik, natürliches Schließen, prozedurale Modelle des Argumentierens)
  • Hermeneutik (Theorie der Interpretation)
  • Sprachphilosophie (Sprechakttheorie, handlungs- und regelbasierte Sprach- und Bedeutungstheorien)
Curriculum Vitae
  • 2009 – 2018  wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Theoretische Philosophie an der Universität Greifswald
  • 2014 Promotion zum Dr. phil. an der Universität Greifswald mit einer Arbeit zur logischen Rekonstruktion
  • 2018 – 2019 Vertretung der Professur für Theoretische Philosophie an der Universität Greifswald