Innovationen für die digitale Gesellschaft: Auftakt des ersten Forschungsprogramms am CAIS

Ansprechpartnerin

Esther Laukötter

Referentin für Wissenschaftskommunikation

  esther.laukoetter@cais.nrw

Innovationen für die digitale Gesellschaft
Auftakt des ersten Forschungsprogramms am CAIS

 

Bochum, 29.09.2021

 

 „Digitale Demokratische Innovationen“ lautet der Titel des ersten Forschungsprogramms, das im Oktober am Center for Advanced Internet Studies (CAIS) in Bochum startet. Prof. Dr. Christoph Bieber leitet das Programm für die nächsten fünf Jahre am CAIS und wird in dieser Zeit von der Universität Duisburg-Essen freigestellt. Mit seinem Team wird er erforschen, wie sich die Demokratie in einer digitalen Gesellschaft verändert und wie man sie durch Digitalisierung fördern kann.

Wie verändern sich politische Entscheidungsprozesse, wenn Abstimmungen oder Wahlen digital unterstützt werden? Wie können digitale Werkzeuge und virtuelle Räume die Teilhabe der Bürger:innen verbessern? Die Forscher:innen am CAIS untersuchen, wie neue Technologien gemeinwohlorientiert eingesetzt werden können: „Wir sehen derzeit, dass digitale Instrumente Menschen eine Stimme geben können, die sonst nicht gehört werden. Trotzdem bleiben die Anliegen vieler Menschen in modernen Aushandlungsprozessen außen vor, weil es an Zugängen oder Kompetenzen mangelt. Unter welchen Bedingungen digitale Innovationen das Gemeinwohl in demokratischen Prozessen stärken können, das ist unser Fokus“, erläutert Professor Bieber.

Das Forschungsprogramm ist ein Resultat des neu entwickelten „CAIS- Forschungsinkubators“. Dahinter verbirgt sich ein Prozess der systematischen Themensuche, an dem zahlreiche Expert:innen aus der Forschung, aber auch aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen beteiligt sind. Die Schwerpunkte des Programms sind daher hochaktuell. „Der Start des ersten Forschungsprogramms ist der nächste große Meilenstein in der Aufbauphase unseres Forschungsinstituts. Es wird zeigen, wie wir am CAIS arbeiten: Wissenschaftlich fundiert, methodisch innovativ und gestaltungsorientiert“, so CAIS-Direktor Prof. Dr. Michael Baurmann.

Das Forschungsprogramm ist einem offenen Wissenschaftsverständnis verpflichtet und wird mit innovativen Verfahren wie z. B. Datenspenden, Citizen Science oder Reallaboren neuartige Formen der Datenerhebung, Auswertung und anwendungsorientierten Umsetzung vorantreiben. Die Forschungsergebnisse helfen so nicht nur der Wissenschaft, sondern werden in verschiedenen, praktischen Bereichen umgesetzt und erprobt. „Wir streben dabei von Anfang an die Zusammenarbeit zum Beispiel mit Smart-City-Verantwortlichen aus Bochum, Krefeld, Gelsenkirchen und weiteren Städten im Ruhrgebiet an“, so Bieber.

Prof. Dr. Christoph Bieber

Prof. Dr. Christoph Bieber wird das erste Forschungsprogramm am CAIS leiten. (Foto: Michael Schwettmann, CAIS)

Weitere Forschungsprogramme geplant

Ab Mitte 2022 folgt das nächste Forschungsprogramm zu Bildungstechnologien und die Rolle von Künstlicher Intelligenz. Im Laufe des Jahres 2023 beginnen Forschungsprogramme zu „Nachhaltigkeit und Digitalisierung“ sowie zu „Vertrauenswürdiger Künstlicher Intelligenz“.

Zum CAIS:

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert das Center for Advanced Internet Studies (CAIS) in Bochum seit April 2021 langfristig als zentrales Institut für Digitalisierungsforschung. Durch evidenzbasierte Lösungsvorschläge trägt das CAIS zur Gestaltung des digitalen Wandels im Interesse der Menschen bei. Gegründet wurde das CAIS als Wissenschaftskolleg Anfang 2017 und vergibt seitdem Fellowships an nationale und internationale Gastwissenschaftler:innen im Bereich der Digitalisierungsforschung. Der Trägerkreis des CAIS besteht aus der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Duisburg-Essen, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, dem GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, dem RWI— Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und dem Grimme-Institut in Marl.

 

Weitere Informationen zum Forschungsprogramm finden Sie hier.