Stiftung Mercator fördert Meinungsmonitor Künstliche Intelligenz:Forschungsprojekt beobachtet Meinungen zu KI

Ansprechpartner

Esther Laukötter

Referentin für Wissenschaftskommunikation und Pressearbeit

   esther.laukoetter@cais.nrw

   +234 54496932

www.cais.nrw/memoki

twitter: @_MeMoKI

Stiftung Mercator fördert Meinungsmonitor Künstliche Intelligenz:
Forschungsprojekt beobachtet Meinungen zu KI

Bochum, 08.06.2021

 

Die Beschäftigung mit Künstlicher Intelligenz (KI) fällt in der Bevölkerung erstaunlich gering aus. Dieses zentrale Ergebnis liefert das Forschungsprojekt Meinungsmonitor Künstliche Intelligenz (MeMo:KI), welches die Stiftung Mercator für die nächsten drei Jahre mit 1,1 Millionen Euro fördert. Die kontinuierliche Beobachtung der öffentlichen und veröffentlichten Meinung zu Künstlicher Intelligenz führt zu spannenden Ergebnissen: KI-Technologien können in Zeiten gesellschaftlicher Notlagen mit mehr Zustimmung rechnen. Langfristig trauen Bürger:innen der Technologie nur wenig Veränderungspotenzial für Beruf und Arbeit zu. Der Großteil der Bevölkerung bezweifelt die Vertrauenswürdigkeit algorithmischer Empfehlungssysteme und begrüßt Maßnahmen zur rechtlichen Regulierung.

Das Team um Prof. Frank Marcinkowski von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf führt eine Forschungspartnerschaft mit dem Center vor Advanced Internet Studies (CAIS) in Bochum, an dem in Zukunft eine Einheit den Austausch zu KI-Themen mit der Zivilgesellschaft, Politik und in den Medien fördert. Einmal im Monat fragt das Forschungsteam 1000 zufällig ausgewählte Bürger:innen zu ihren Meinungen und Verhalten gegenüber KI-Themen: „Wir können sowohl das aktuelle Meinungsklima darstellen als auch frühzeitig Meinungsumschwünge in der Bevölkerung erkennen. Interessierte können sich die Ergebnisse auf unserer interaktiven Homepage ansehen“ so Pero Došenović, Projektmitarbeiter an der Universität Düsseldorf.

Welche Visionen zeichnen Medien von KI?

Um die Analyse der Medienberichterstattung kümmert sich sein Kollege Kimon Kieslich: „Weil Medienberichterstattung eine wichtige Rolle in der demokratischen Meinungsbildung spielt, ist das ein wichtiger Baustein unseres Projekts. Interessant ist das auch für Journalist:innen und ihre Selbstbeobachtung. Zum Beispiel können sie sehen, welche Themen und Akteure in Nachrichtenportalen und auf Twitter aufgegriffen werden und welche nicht.“ Spezialstudien ergänzen die kontinuierliche Befragung, z.B. mit der Frage, ob KI als Thema für die Bundestagswahlen 2021 eine Rolle spielen wird. Die Forschungsergebnisse der thematisch wechselnden Spezialstudien werden auf der Webseite als verständliche „Factsheets“ aufbereitet.

Das Projekt MeMo:KI baut auf Vorarbeiten am CAIS auf: Zusammen mit dem Forscherteam der HHU und mit Fördermitteln des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (MKW) wurde die Pilotphase des Projekts bis März 2021 erfolgreich umgesetzt. Seit Entwicklung des empirischen Beobachtungsinstruments untersucht das Projekt die dynamische Entwicklung der Bevölkerungsmeinung und der Medienberichterstattung kontinuierlich.

 

Zum Projekt:

Im Rahmen des Meinungsmonitors Künstliche Intelligenz (MeMo:KI) wird die Bevölkerungsmeinung zur Künstlichen Intelligenz durch eine monatlich wiederholte Befragung dokumentiert und auf der Webseite https://www.cais.nrw/memoki/ veröffentlicht. Das gemeinsame Projekt von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und dem Center for Advanced Internet Studies (CAIS) in Bochum wird in der zweiten Projektphase bis April 2024 durch die Stiftung Mercator gefördert. Neben der regelmäßigen bevölkerungsrepräsentativen Befragung gibt es eine teilautomatisierte Auswertung der deutschen Medienberichterstattung zum Thema. Die Ergebnisse beider Erhebungen stehen der Öffentlichkeit zur freien Verfügung. „Die Ergebnisse unserer Forschung bereiten wir in einem Online-Format mit interaktiven Grafiken und Tabellen auf, sodass alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sich selbst anschauen können, wie die Gesellschaft und die Medien mit dem Thema Künstliche Intelligenz umgehen“, so Studienleiter Prof. Dr. Frank Marcinkowski.