Gerhard Vowe beschäftigt sich mit dem Bundestagswahlkampf 2021. In dem Artikel „Wie digitalisiert war der Bundestagswahlkampf 2021? Zwölf Thesen“ erörtert er zentrale Facetten der Digitalisierung des Wahlkampfs. Ergebnis: Der Wahlkampf war weniger digital geprägt als erwartet. Erschienen ist der Artikel in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Parteienwissenschaften.

Abstract:
Die Digitalisierung des Wahlkampfs hat viele Facetten, von denen zwölf im Beitrag erörtert werden. Die Pandemie zwang zunächst alle an der Wahl Beteiligten in die Digitalität und löste damit steile Lernkurven aus, prägte aber wenig die Schlussphase des Wahlkampfs. Entscheidende Bedeutung für den Wahlkampf hatte die Skandalisierung des Lachens von Laschet in Erftstadt. Sie war aber nur möglich, weil in diesem Bild die Vorstellungen der Wähler und der Journalisten von Laschet kristallisierten. Insgesamt gewannen die digitalen Medien in der Wähleransprache und in der Anhängermobilisierung weiter an Raum. Insbesondere Microtargeting mittels sozialer Netzmedien ist zur Routine geworden. Für das Wahlergebnis einzelner Parteien waren digitale Medien in unterschiedlicher Richtung von großer Bedeutung. So konnte die AfD ihr Stammwählerpotenzial halten, weil sie an den etablierten Medien vorbei intensiv digital kommunizierte. Und die SPD konnte auch deshalb zulegen, weil sich in der Partei eine Selbstverpflichtung zur digitalen Zurückhaltung durchsetzte. Und nicht zuletzt: Die Legitimität der Wahl war entgegen vieler Befürchtungen auch nicht im Ansatz durch digitale Instrumente gefährdet.

Vowe, G. (2021). Wie digitalisiert war der Bundestagswahlkampf 2021? Zwölf Thesen. MIP Zeitschrift für Parteienwissenschaft, 27(2), 215-229. https://doi.org/10.24338/mip-2021215-229